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Neue Chance für ein altes Pony

Lorbas war für lange Zeit das letzte Pony seiner Art auf dem Gut Lehmkuhlen bei Preetz. Auf dem wieselflinken Wallach, der zur Rasse der Lehmkuhlener Ponys gehörte, gewann Götz von Donner vor mehr als einem halben Jahrhundert so manches Pony-Rennen. Anfang des Jahrhunderts hatte seine Großmutter Agnes Baronin von Donner mit der Zucht des genügsamen Ponys begonnen, das zur Feldarbeit, aber auch als Freizeitpferd geeignet ist. Doch inzwischen droht diese Kleinpferde-Rasse auszusterben. Um dies zu verhindern, will der heute 58-jährige von Donner auf seinem Gallowayhof Breiteneiche im benachbarten Wahlstorf in die Fußstapfen der Großmutter treten und eine neue Zucht aufbauen.

Doch die Spur der Lehmkuhlener Ponys ist blass geworden. 1953 wurde auf Gut Lehmkuhlen die Zucht aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Wohin die 20 Stuten kamen, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Ende der 50er Jahre baute dann Hans Kurt von Eben aus Niederkleveez bei Plön eine neue Zucht auf. Doch von Eben starb Anfang des Jahres.

Kaum mehr als zehn zuchtfähige Stuten und wahrscheinlich nur drei Hengste der  Kleinpferderasse gibt es heute noch. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt das Lehmkuhlener Pony deshalb in der roten Liste der extrem bedrohten Haustierrassen. Die meisten Tiere sind in Schleswig-Holstein zu finden, ein paar werden in Bayern und Württemberg vermutet.

Um die Rasse zu erhalten, hat hat Götz von Donner aus dem Ebenschen Bestand einen Hengst und zwei Stuten übernommen. Schließlich waren es seine Großeltern, die um 1920 die Zucht des Lehmkuhlener Ponys begründeten. Dafür wurde der aus einem Westmoorlandhengst und einer Rumstute gezogene schwarze Hengst Marquis Ito unter anderem mit zwei Dülmener Stuten gepaart, erzählt von Donner. Die Stuten hatte Herzog Croy aus Dülmen seinen Großeltern geschenkt. So steht es in den handschriftlichen Zuchtbüchern, die mittlerweile alle in von Donners Besitz übergegangen sind.

Allein die Paarung mit den Dülmener Stuten ist außergewöhnlich, weil aus dieser Wildpferdeherde bis heute im Prinzip keine Stuten abgegeben werden. Eine weitere züchterische Besonderheit der Lehmkuhlener ist, dass die Ursprungsrassen der Ponys Westmoorland und Rum in ihrem Heimatland Großbritannien als ausgestorben galten. Wie Barbara Müller (Fell Pony Society) gegenüber der Guts- und Forstverwaltung Lehmkuhlen erklärt, wurde die Bezeichnung Westmoorland Pony nur hilfsweise als Bezeichnung für die Rasse, die heute Fell Pony genannt wird, verwendet. Von Donner habe bereits vor einem Jahr einen Fell Pony-Hengst (Greenholme Sindbad) importiert.

"Wir versuchen jetzt beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein einen Zuchtbucheintrag mit eigenem Zuchtprogramm und -ziel zu bekommen", sagt von Donner. Außerdem hofft er, Mitstreiter zu finden, die sich für den Fortbestand des Lehmkuhlener Ponys einsetzen.

Kontakt unter Telefon (04342) 86039 oder im Internet: www.galloway-breiteneiche.de.

Quellen: KN-Online (Jessica Bunjes, jem), Fell Pony Society